Besuchsbericht Fischerwirt am See // Achenkirch
vom 08.06.2020
Das muss man einfach mal erleben…..
Nach Achenkirch, dem malerischen Dorf am Nordufer des größten Sees von Tirol, dem Achensee geht heute die Reise hin. Und dort gibt’s direkt am See den Fischerwirt, ein ursprüngliches und sehr traditionelles Tiroler Wirtshaus.
Ein liebevoll gestaltetes Blumenarrangement im Eingangsbereich lässt schon eine besondere Tiroler Gastlichkeit spüren. „Mein Gast tritt ein du bist hier bei uns willkommen“, so ist auch heute wieder meine Wahrnehmung. Josie und Johann sind meine Begleiter. Andras, der Juniorchef, begrüßt uns mit einem freudestrahlenden Gesicht und begleitet uns in eine der urgemütlichen Wirtshausstuben mit dem einzigartigen Ambiente, aber dies bis ins Detail zu beschreiben, würde den Rahmen des Berichtes sprengen. Zudem kommt noch, dass es hier eine wirklich große Vielfalt an ursprünglichen, traditionellen und bodenständigen Gerichten gibt. Wie zum Beispiel das TIROLER BLUTWURSTGRÖSTL mit SPIEGELEI und KRAUTSALAT , WILDBRET aus hauseigener und heimischer Jagd und vieles mehr. Von Frau Anni, der sehr freundlichen und flotten Servierkraft, werden wir bedient. Sie ist auch fachlich sehr kompetent und bereits seit 24 Jahren im Betrieb. Somit gehört Anni, wie hier viele Mitarbeiter, einfach schon zur großen Wirtshausfamilie.
Josie entscheidet sich für das „GEGRILLTE HÜHNERFILET“. Auf einer schönen, weißen Platte wird das Hühnerfilet von Anni liebevoll serviert. Es ist überbacken mit Tomaten und Mozzarella, dazu gibt es einen Zucchinireis – Josie ist sichtlich begeistert von ihrer Wahl. Johann, ebenfalls Berater der Tiroler Wirtshauskultur, will heute die „BÄRLAUCH – SCHLUTZKRAPFEN“ probieren. Angerichtet sind die, mit Bärlauch gefüllten Nudeltaschen in Kreisform auf einem passenden Teller im Landhausstiel. In der Mitte ist ein Schälchen mit Parmesan. Dazu gibt es einen grünen Salat. Auch Johann hat heute genau das richtige gewählt, meinte er. Für mich gibt es einen Fisch aus den heimischen Gewässern, die „GEBRATENE FORELLE MÜLLERIN“. Serviert wird diese auf einer schönen, weißen, ovalen Fischplatte. Der Fisch - krossgebraten – genau so mag ich das und die Butter mit den knusprigen Mandelsplittern rundet das Gericht wunderbar ab. Die Petersilkartoffeln schmecken auch sehr gut.
Klaus, der Seniorwirt, kommt zu uns an den Tisch. Ein Wirt, wie er im Buche steht. Klaus hat uns einige rührende G‘schichten erzählt und hat uns sogar ein paar zünftige G’stanzln gesungen. Auch die Leute an den Nachbartischen zeigten sich begeistert. Klaus folgt steht´s seiner Berufung. Aber eines, so meinte er, gab es in all den 35 Jahren noch nie in unserem Wirtshaus: „Wir mussten tatsächlich die Türen schließen.“ Durch die Maßnahmen von Covid19 blieb der Familie leider auch nichts anderes übrig. Doch Klaus ließ sich nicht unterkriegen, er nützte die Zeit und holte alte Rezepte aus der Schublade und verwöhnte die gesamte Familie und den Pfarrer von Steinfeld mit besonderen Köstlichkeiten. „Ich war in dieser Zeit wieder einmal der Küchenchef, und das mit Leidenschaft“, sagte er schmunzelnd. Andreas, der immer wieder mal auf einen fachlichen Plausch vorbeikommt, meint: „Ja wir wurden vom Opa richtig verwöhnt.“
Mit besonderer Freude überreiche ich Andreas das Qualitätssiegel der Tiroler Wirtshauskultur für das Jahr 2020. Sage ein herzliches Vergelt’s Gott für die gute Bewirtung und wünsche dem gesamten Team weiterhin viel Gesundheit, Freude und Erfolg für all die schönen Aufgaben.
Ja, wer eine authent-gelebte Tiroler Gastfreundschaft erleben will, der ist hier genau richtig.
Achenkirch, 08.06.2020
Maria Groder