Besuchsbericht Gasthof Schrofenhütte // Jungholz
vom 04.02.2017
Tiroler Wirtshaus Enklave
Nachdem das Tannheimertal diesen Jänner lange der kälteste Platz des Landes war und es diese Woche auch noch regnete, hatte ich beschlossen, meine Skier nicht mit zu nehmen. Das war leider ein Fehler! Hier in Jungholz sind trotz schlechter Wetterprognosen sehr gute Verhältnisse, auch die Pisten sind bestens präpariert und sehen von unten nicht einmal eisig aus. Aber das war ja nicht der Grund, warum ich mich auf den Weg hierher gemacht habe. An diesem Samstag war hier im Grenzgebiet natürlich die Hölle los. Vor der Selbstbedienungstheke stand eine Schlange von Leuten, die geduldig warteten bis die Chefin des Hauses sie mit Köstlichkeiten bedient. Ich hatte zwei Möglichkeiten; mich anstellen oder gleich in die Küche gehen, um Herrn oder Frau Müller zu begrüßen.
Ich endschied mich für letzteres und so kam ich in den Genuss, gleich den ganzen Ablauf Backstage live mit zu erleben. Es ist faszinierend wie reibungslos und diszipliniert und ohne großen Stress alles abgelaufen ist. Hier haben erfahrene Profis das Sagen, jedoch gibt es im Gastgewerbe immer wieder Situationen die überraschend zu bewältigen sind. Hier sind Regina und Hans Peter mit ihrer Erfahrung und permanenten Anwesenheit natürlich allen einen Sprung voraus. Ich nahm an einem Tisch Platz, an dem schon mehrere hungrige Skifahrer sich mit Kaiserschmarrn stärkten.
Ich erbat mir schon in der Küche bei Hans Peter ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat, in kürzester Zeit servierte mir die Chefin ein schön goldbraun gebackenes Schnitzerl mit frischen Kartoffelsalat und den klassischen Garnituren. Die goldbraune knusprige Panier löste sich schön vom saftigen Fleisch und alles schmeckte vorzüglich.
Anschließend lud mich Hans Peter in der sehr gemütlichen und äußerst originell eingerichteten Turmbar zu einem Après Ski Bier ein. Wir plauderten über Business, Politik und Wirtschaft, Kultur, Familie und Dorfleben. Wobei das Letztere immer mehr an Bedeutung zunimmt. Denn eine Dorfgemeinschaft in welcher die Strukturen, Traditionen und Zukunftsvisionen im Wirtshaus diskutiert werden, erhält dadurch mehr Bedeutung im Gefüge des Gemeinwesens. Das Wirtshaus wird dadurch zu einem wichtigen Element der Kulturgeschichte. Einer der wichtigsten Punkte des Zusammenlebens sind meiner Ansicht nach die Wirtsleute. Hier in Jungholz machen es Regina und Hans Peter allen vor und der Erfolg gibt ihnen recht. Wünsche Euch weiterhin soviel Mut und Ausdauer, bleibt Eurer Leidenschaft und Gastfreundschaft treu. Mit großer Freude und Stolz übergab ich der Familie Müller das Qualitätssiegel 2017der Tiroler Wirtshauskultur.
Johann Pichler Jungholz, am 04.02.2017