Besuchsbericht Weisses Rössl // Innsbruck vom 03.07.2019

Traditionelles, hartes, aber schönes Stadtleben Die wichtigsten Zutaten sind laut Herrn Blank „frische regionale Produkte, Handwerkskunst und Leidenschaft“. Mitten in der historischen Altstadt von Innsbruck, im noblen nordwestlichen Stadtteil mit den kleinen bunten Gassen, den vielen kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés betreibt Familie Blank das Hotel, das Restaurant und die Rössl-Bar in einem sehr geschichtsträchtigen Haus. Ich kenne das tolle Tiroler Ambiente in den sehenswerten antiken Stuben und der schönen Terrasse im ersten Stock. Aber heute wollte ich die kleine Terrasse in der Gasse genießen, die mit der Rössl-Bar verbunden ist. Die Gestaltung der Bar selbst war sicherlich eine architektonische Herausforderung mit diesen alten Gemäuern und besitzt nun ein tolles zeitgenössisches Ambiente mit einem Tiroler Charme. Wir (meine Frau und ich) nahmen neben den Touristen auf der Gassenterrasse Platz. So konnten wir die vielen Leute, die die herrliche Innsbrucker Altstadt besuchten oder geschäftlich unterwegs waren, gut beobachten. Es machte uns sehr viel Spaß, denn man konnte sich des Öfteren selbst wiedererkennen, wie man sich selber verhalten würde als Tourist in fernen Ländern. In solchen Momenten denke ich viel über meine eigene Vergangenheit und über die zukünftige Entwicklung des Tourismus‘ und der Wirtshauskultur nach. Das „Touristenzeitalter“ oder die „Kulturepoche Tourismus“, so würde ich diesen Zeitraum, in dem wir momentan leben, betiteln. Ich frage mich, ob wir am Zenit angelangt sind? Man denke nur an Venedig, Machu Picchu, Mount Everest, Hallstadt oder die Dolomiten, um nur ein paar überlaufene Destinationen zu nennen. Früher musste man viel Werbung machen, um Touristen anzulocken, nun müssen eher Regeln und Verbote gemacht werden, um die Örtlichkeiten noch für kommende Generationen zu erhalten. Obwohl die Wirtschaft und der Tourismus immer wachsen, beschleunigt sich das Wirtshaussterben. Die gesamte Kultur entwickelt sich weiter, auch wir dürfen nicht stehen bleiben, sonst werden wir vergessen. Tiroler Wirtshauskultur als Touristenattraktion ist aber nicht in unserem Sinne. Das Weiße Rössl ist ein wichtiger Teil unserer Kultur inmitten der schönen Metropole Innsbruck, und ohne Leidenschaft, Mut, Ausdauer, großes wirtschaftliches Gespür, Hartnäckigkeit und viel Tiroler Herzblut ist es auch hier mitten in der Stadt nicht einfach, den Zeitgeist so schnell zu folgen. Das Problem mit Personal und Fachkräften, das man in einem Wirtshaus benötigt im Gegensatz zu Selbstbedienungs-Restaurants, ist überall das gleiche. Auch die behördlichen Auflagen wie Hygiene, Brandschutz, Sicherheit, arbeitsrechtliche Auflagen sind für alle gleich aber nicht zwingend gerecht oder verhältnismäßig. Aber nun zurück zum Punkt, worum es im Wirtshaus wirklich geht: Speis und Trank sowie ein gemeinsames Zusammentreffen der Dorf- oder Stadtgemeinschaft. Ich erbat mir von der sehr freundlichen und professionellen Servicedame ein Tiroler Gröst‘l mit frischem Krautsalat. Die frischen Erdäpfel waren knusprig geröstet und mit gekochtem Rindfleisch und Jungzwiebel vollendet. Ein perfekt gebratenes Spiegelei und frischer Schnittlauch zierten den im Eisenpfandl angerichteten Tiroler Klassiker. Serviert wurde dazu ein sehr gut marinierter frischer Krautsalat, der mit Grammeln verfeinert war. Besonders zu erwähnen ist noch das schöne moderne Tellerdesign, das hervorragend zu den hölzernen Tischplatten passte, sowie die gesamte Tischkultur. Auch die Touristen neben uns lobten das Essen, wenngleich alle vier die meiste Zeit mit den Augen und den Händen auf dem Handydisplay waren. „Digitales Touristenzeitalter 2.19“? Gratulation und ein großes Danke an Herrn Plank für seine ausgezeichnete Gastfreundschaft. Ich wünsche ihm und seinem großartigen Team alles Gute. Innsbruck, am 03.07.2019
Johann Pichler

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