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Besuchsbericht Gasthaus Schwan // Wattens vom 31.08.2016

Tiroler Wirtshaus-Gourmettempel mit Kultur

Ich besuchte die Familie Eberl im Gasthaus Schwan in Wattens das erste Mal, doch ich wusste schon was mich erwarten würde. Herr Günter Eberl ist ja in der gehobenen Tiroler Gastronomieszene schon seit über 20 Jahren weltweit bekannt. Den Gasthof „Schwan“ (das Markenzeichen der Firma Swarovski) in Wattens kennt jeder in der Gastronomie, wie jeder Tiroler eben Swarovski. Um 17 Uhr traf ich ein, um mich noch ein wenig vorzustellen, da wir uns ja noch nicht kannten. Ich wurde sehr herzlich begrüßt, cool und fast familiär aufgenommen. Auf Anhieb war ich von der Gastfreundschaft und lässigen Art der Wirtsleut‘ Günter und Angelika begeistert.
Es ist schon ein Genuss, dem Wirte-Paar zuzuhören. Man merkt die Leidenschaft, die Begeisterung, die Gastfreundschaft, die Liebe zum Beruf, Dienstleister mit Herzblut, und das Talent wurde ihnen schon teils in die Wiege gelegt, aber allen Trotz: „von nix kommt nix“. Die Wirtsleut‘ brachten und bringen immer noch täglich Höchstleistungen für die vielen Stammgäste und das sind im Schwan meines Erachtens über 90%.

Kulinarisches:
Leckere Aufstriche und frisches Brot wird als erstes eingestellt. Als Appetitanreger wird ein Zillertaler Kaskrapfen serviert. Für den wohl besten Krapfen in Tirol hat Günter einige Zeit am Rezept herumgetüftelt, bis er die perfekte Mischung gefunden hat.

Der erste Gang:
Ziegenkäse im Strudelblatt auf Couscous-Salat mit Passionsfruchtdressing, Kräutern sowie frischen Blüten von Borretsch, Kapuziner, Schnittlauch usw. Optisch ein Sommergemälde auf dem eleganten Kristallteller.

Der zweite Gang:
Gebackenes Tiroler Freilandei auf Cremespinat mit hauchdünnen Steinpilzscheiben und ausgezeichnetem Olivenöl. Schon jetzt liebe ich Günters Kochstil - einfach und doch genial, die qualitativ besten Produkte, sehr simpel und kreativ verarbeitet.
Auf Papier klingt es sehr einfach, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das ein harter Knochenjob ist. Günter ist ein Rennpferd in der Küche und er möchte nicht von Ackergäulen umgeben sein deshalb bildet er auch nur Rennpferde (sehr gute Lehrlinge) aus.

Der dritte Gang:
Ein klassisches Lammbeuscherl nach alter Schule (ohne Gemüse), da scheiden sich die Kochgeister, serviert mit einem kleinen flaumigen Semmelknöder‘l und zu meiner Überraschung etwas geschnittene Minze. In England wird nämlich zu fast jedem Lammgericht Minz-Jelly serviert. Apart wurde eine Flasche hausgemachter Tomatenessig gereicht - eine super Idee.

Der vierte Gang:
Ein junger Koch brachte mir ein sehr leckeres, cremiges Stachelbeersorbet. Auch das war überraschend, dass der Koch servierte.

Der fünfte Gang:
Hirschfilet von der Swarovski-Jagd mit jungem Kohlrabi, Kartoffelwirrler und verschiedenen frischen Waldpilzen. Beim Günter kann man tagelang über Nahrungsmittel, Essgewohnheiten, Systemgastronomie, gesetzliche Auflagen, Verordnungen usw. diskutieren und reden, aber eines muss man ihm lassen, kochen kann er und in der Küche kann ihm keiner was vormachen.

Der sechste Gang:
Nigelen mit Nusseis und Beerenragout, Milchreis und Moosbeerdatschi. (Beim nächsten Mal bringe ich ihm ein paar Osttiroler Nigelen aus unserem Dorf St.Jakob im Defereggen mit.)

Es ist nicht nötig, viel über das Essen zu schreiben, denn alles ist geschmacklich sensationell und optisch eine Augenweide. Ich hatte das Glück an diesem herrlichen Sommertag auf der gemütlichen Terrasse unter den uralten, mit interessanten Lichtdesign versehenen, Kastanienbäumen zu gustieren. Ein Abend in diesem schönen Gastgarten bei solch ausgezeichnetem Essen sowie einem netten und freundlichen Service (da sollte man sich erinnern, dass wir auf die Butterseite des Lebens gefallen sind) muss gelernt sein, das zu genießen.







Fazit:
Im Gasthof Schwan bei Angelika und Günter ist es Tiroler Wirtshaustradition das GASTLICHKEIT, BESTE QUALITÄT bei PRODUKT und VERARBEITUNG, KREATION und LEIDENSCHAFT
groß geschrieben wird. Wünsche den beiden und den fleißigen Mitarbeitern alles Gute bis zum nächsten Mal.

31. August 2016,
Johann Pichler



PS:
Noch philosophischer und besser kann man die Leidenschaft der Familie Eberl nicht mehr beschreiben. Ein Auszug aus der Homepage des Gasthofs zum Schwan in Wattens:

Natürliche Harmonie…

Die Ehrlichkeit zur Frische als Basis,
gepaart mit Treue zu Region und Natur,
dazu eine gehörige Portion Kreativität, die Traditionelles mit Modernem verbindet,
verfeinert mit altem Wissen über Wildkräuter und Wurzeln,
und zu guter Letzt ein gehöriger Schuss Liebe in der Zubereitung.

Serviert im gemütlichen Ambiente, lebendiger Tiroler Wirtshauskultur, garantieren diese Zutaten Harmonie am Gaumen und in der Seele.

Tun Sie sich etwas Gutes und lassen Sie sich verwöhnen!

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