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Erstbesuchsbericht Gasthof Gemse // Prutz vom 28.09.2017

Auf Empfehlung von Tanja Klotz, Chefin des Wirtshauses Wiesejaggl, hat sich der Gasthof Gemse in Prutz beim Verein der Tiroler Wirtshauskultur für eine Aufnahme beworben. Prutz ist eine mittelgroße Gemeinde im Oberen Gericht direkt bei der Einfahrt in das Kaunertal. Auf der gegenüberliegenden Seite liegen die bekannten Skiorte Ladis, Fiss und Serfaus. Der Gasthof steht mitten im Dorfzentrum und hat mit Sicherheit eine lange Geschichte, die ich leider noch nicht kennen lernen durfte.

Herr Nigg hat den Traditionsgasthof, sowie die dazugehörige Landwirtschaft, schon vor einiger Zeit von seinen Eltern übernommen, deshalb werden natürlich einige Produkte vom eigenen Hof verarbeitet und angeboten. Seine Frau Hatice hat in der Gemse die Kochlehre absolviert und ist mittlerweile die Chefin des Hauses sowie Mutter von drei Kindern. Sie kümmert sich so ziemlich um alles, was hier im Gasthaus anfällt. Sie ist in der Küche, im Service, in den Zimmern, nimmt sich Zeit für die Kinder – ich weiß nicht, wie sie das alles unter einen Hut bringt. Ihre große Leidenschaft ist jedoch nach wie vor die Küche, aber sie verbringt auch viel Zeit im Service und die Einheimischen sowie die zahlreichen Touristen lieben ihre herzliche, bodenständige und ehrliche Gastfreundschaft.

Der Gasthof wurde, ich vermute in den späten 70iger Jahren, renoviert und erweitert. Dazumal hat man die Tische immer an der Wand entlang, mit 4er oder 6er Nischen, gebaut. Dieses kulturelle Design hat nach wie vor sehr viele Liebhaber, denn es fühlt sich sehr heimelig und freundlich an. Die etwas dunkleren Farben harmonieren sehr gut mit der weißen Gewölbedecke und gibt dem ganzen Saal den typischen Stil eines traditionsbewussten Tiroler Wirtshauses. Die Gemse ist in Prutz wohl „das“ originale Dorfwirtshaus, wo von Frühschoppen bis zu Feiern und Versammlungen aller Art und noch vieles mehr veranstaltet werden. All das wird im Gasthaus öffentlich und erhält dadurch eine besondere Bedeutung im sozialen Gefüge jedes Gemeinwesens. Das Gasthaus ist für mich ein wichtiger Ort im Dorf, wo der Einheimische die Gesellschaft unter seinesgleichen sucht, wohin er sich aus der Enge seiner eigenen vier Wände flüchten kann, um andere Gesichter und Freunde zu sehen. Ein Ort, in dem sich jeder mit seinem Bedürfnis nach Speis und Trank sowie Unterhaltung und Hoangascht gut aufgehoben weiß. Das Gemeinsame ist ein Wesensmerkmal des familiären Zusammenhalts und wichtig für jedes soziale Zusammenleben eines Dorfes.






Kulinarisches:

Die Speisekarte ist schon im Überarbeitungsverfahren, denn auch hier scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein. Ich überlasse es natürlich allen Wirtsleuten oder jedem/r Koch/Köchin, welche Gerichte in der Speisekarte angeboten werden. Meine Empfehlung ist immer, sich auf eine kleinere Standardkarte zu spezialisieren und eine Tageskarte (Tagesgericht) oder Wochenkarte zu schreiben.

Ich hatte mir eine Frittatensuppe bestellt und einen Original Tiroler Bauernschmaus. Die Rindsuppe war sehr heiß, sowie farblich und geschmacklich einwandfrei. Es könnte allerdings etwas kräftiger nach Fleisch schmecken. Die Frittaten waren hausgemacht, gehören aber ein wenig feiner geschnitten und etwas dünner.
Der Bauernschmaus war mit einer Scheibe Geselchtem, einer Scheibe Schopfbraten, einem frittierten Würstel, Sauerkraut, Kartoffeln und Semmelknödel bestückt. Ich lege noch eine gebratene Speckscheibe dazu. Das Sauerkraut war leider nicht ganz nach meinem Geschmack, der Knödel war sehr lecker und flaumig, das Fleisch heiß und zart, die Kartoffeln waren auf den Punkt gekocht und alles war mit einem etwas zu milden Natursaft’l übergossen.
Meine Begleitung aß einen Zwiebelrostbraten, bei welchem sie die Fleischqualität sowie den Geschmack sehr lobte. Die Küchenleistung von Hatice kann mit Gut beurteilt werden.

Gerne nehmen wir den Gasthof Gemse in unserem Verein auf und möchten gleichzeitig, falls dies erwünscht ist, die Familie Nigg tatkräftig mit unserer Beratung unterstützen. Wir sind gerne bereit, Anregungen, Werbeaktionen mit unseren Werbeunterlagen, sowie Beratungen vor Ort zu unterbreiten.

Prutz, am 28. September 2017
Johann Pichler

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