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Besuchsbericht Gasthof Hirschen // Imst vom 01.02.2018

Jahrhundertealte Tradition, original erhalten

Hier im Hotel Hirschen, im Zentrum des durch den Schemenlauf berühmten Imst, bewirtet die Familie Staggl mit eindrucksvoller Tiroler Gastlichkeit und stärkt somit gleichzeitig die Imster Traditionen mit viel Leidenschaft und Liebe. Sie haben es schon bei der Einleitung ihrer Webseite auf den Punkt gebracht.
„Moderne Gastronomie im Tiroler Ambiente.
Die Umgebung trägt wesentlich zur Erholung bei.
Es sind die liebevollen Details: frische Blumen auf den Tischen, Geweihe an der Wand, Binder erzählen die Geschichte des Hauses. Ganz im Tiroler Stil präsentiert sich das Hotel Hirschen. Die heimelige Atmosphäre zieht sich durchs ganze Haus-von den gemütlichen Stuben bis zu den modernen Komfortzimmern. Die Tiroler Gastlichkeit steht im Mittelpunkt, das sieht und spürt man.“

Das kann ich durch den heutigen, wie auch wegen aller vorhergehenden Besuche, vollends bestätigen. Der Hirschen ist ohnehin in vielerlei Hinsicht ein prägendes Element des menschlichen Zusammenlebens. Das gemeinsame Essen und Trinken in den Gasträumen ist Wesensmerkmal des familiären Zusammenhalts, vom Taufmahl über die Hochzeitsfeier bis zum Leichenschmaus wird im Gasthaus öffentlich und erhält dadurch eine besondere Bedeutung im sozialen Gefüge des Gemeinwesens.

In das Hotel wird ständig investiert, es wird vieles verbessert, denn der Qualitätsstandard steigt laufend. Dank den engagierten Wirtsleuten wird auch insofern investiert, damit auch der traditionelle Wirtshaus-Charakter nicht verloren geht. Ihnen ist ebenfalls Sauberkeit und Hygiene im Zuge der Erneuerungen ein großes Anliegen. Das Einzige, das relativ schwer in den Griff zu bekommen scheint, ist das Personal. In diesem Bereich wird im Hotel Hirschen ein besonderes Augenmerk gelegt, dazu zählt unter anderem die Mitarbeitermotivation. Das lässt sich in der Anzahl der langjährigen Mitarbeiter im Hotel sehen.

Nun aber zum konkreten Herzstück des Restaurants, das ist wohl die Banderstube. Sie ist ein jahrhundertealtes Original und kann mit Sicherheit unzählige Geschichten über tausende Besucher erzählen. Es wurde alles so belassen, wie es die Tradition überliefert hat: Geschirr, Tische, Stühle, Decke, Boden, Lampen, Fenster, sogar die niedrige Tür, bei welcher sich wohl täglich die Touristen den Kopf anstoßen (auch heute durfte ich solch einen Vorfall beobachten).



Nur die kleinen Details der Dekoration, die sich saisonal verändert, zeigen die Handschrift von den Damen Edith und der Junior-Chefin Katharina. Der von Unikaten und auch sonst außergewöhnlich gut bestückten Flaschenweinen ist der urige Weinkeller, das Heiligtum von Hannes.

Natürlich nahm ich wieder in der Banderstube Platz und der freundliche Kellner beriet mich sehr professionell, nachdem ich ihm einige Fragen bezüglich der Speisekarte gestellt hatte. Heute entschied ich mich wie folgt: Rindsuppe mit Kasnocken und gebratene Lammkoteletts mit grünen Bohnen und Röstkartoffeln von der Tageskarte. Alsbald servierte mir der höfliche Kellner in einer Löwentasse eine sehr kräftige Rindsuppe mit einem flaumigen, hausgemachten Kasnocken und frischem Schnittlauch.
Als zweites kamen vier Stück gegrillte doppelte Lammkoteletts mit knackigen grünen Bohnen und einen à part servierten Teller Röstkartoffeln. Die sämige Soße könnte man eventuell mit einem kräftig einreduziertem Lammjus ersetzen. Alles schmeckte tadellos und passte harmonisch und optisch ausgezeichnet zusammen.

Mittlerweile traf auch meine Cousine Monika ein und „mir hen an luschtigen hoangascht ket“. Sie erzählte, dass sie vor ca. 30 Jahren hier im Hirschen in der Rezeption gearbeitet hatte. Sie kennt die Wirtsleute gut und berichtete mir welch Leidenschaft und harte Arbeit hinter dem großen Ganzen steckt. Wir hatten ein kurzes Fachgespräch mit Katharina und anschließend überreichte ich ihr stolz das Qualitätssiegel von der Tiroler Wirtshauskultur für das Jahr 2018.

Imst, am 01.02.2018

Johann Pichler

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