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Besuchsbericht Gasthaus Goldenes Dachl // Innsbruck vom 21.09.2017

Tiroler Wirtshauskultur unterm Goldenen Dachl

In der Innsbrucker Altstadt wimmelte es wie immer vor Touristen, als ich an diesem Nachmittag durch die Altstadtstraßen ging. Es war der erste richtig schöne Herbsttag nach einer längeren Schlechtwetterperiode. Bei diesem Spaziergang stieß ich auf eine Bühne unter dem Innsbrucker Wahrzeichen, dem Goldenen Dachl, von der eine Musikband lautstark spielte. Beim Vorbeigehen erkannte ich, dass es sich um eine große Wahlkampfveranstaltung einer Partei für die kommende Nationalratswahl handelte.

Das Geschäft mit den Touristen in Innsbruck blüht nach wie vor ungebrochen. Städtetourismus weist seit Jahren steigende Tendenzen auf. Ich nahm im Gasthaus Goldenes Dachl in der vorderen rustikalen Stube Platz und konnte dadurch durch das Fenster beobachten, wie sich die Fremden aus aller Herren Länder am zentralsten Punkt Tirols verhalten. Was mir an diesem Tag besonders auffiel: früher hatte so gut wie jeder Fotoapparate in der Hand, mittlerweile sind es fast ausschließlich Smartphones, mit denen fotografiert wird.

Nun zurück zum Gasthaus: Tradition, Tiroler Gastlichkeit und Wirtshauskultur sind hier seit eh und je gleichgeblieben. Der Erhalt der urigen Stuben, des alten Interieurs und des typischen Tiroler Ambientes kommt bei den Gästen sehr gut an. Das hat wohl auch sehr viel mit dem Traditions-Küchenchef Herrn Vogelsberger zu tun. Seine bodenständige, echte, authentische und seit Jahren beständige Tiroler Küche ist das A und O dieses Gasthauses.

Das Fohlengulasch hat mir Herr Vogelsberger schon beim letzten Mal nahegelegt und auch der freundliche professionelle Kellner empfahl es mir nachdrücklich, da konnte ich nicht Nein sagen. Nach kurzer Wartezeit wurde mir das heiße Gulasch, mit Spätzle als Beilage, serviert. Es war geschmacklich und qualitativ ausgezeichnet, ich kann es nicht einmal mit einem anderen Restaurant vergleichen, denn ich glaube Herr Vogelsberger ist der einzige in der Stadt, der diesen Klassiker anbietet.

Ich kann mir vorstellen, dass Fohlengulasch für viele Reisende, aber auch für etliche Einheimische etwas gewöhnungsbedürftig ist. Für mich als Koch war es ein seltener Gaumenschmaus.

Wiederum möchte ich, wie schon in meinem Bericht 2016 erwähnt, die Einstellung der Wirtsleute und des Küchenchefs hervorheben, die ausschließlich von Bauern aus der Umgebung ihre Produkte beziehen. Wir, der Verein der Tiroler Wirthauskultur hoffen, dass uns diese Symbiose im Gasthaus Goldenes Dachl noch lange erhalten bleibt.

Innsbruck, am 21. September 2017 Johann Pichler

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