Besuchsbericht Landhotel Jagerwirt // Volders vom 01.03.2017

Gewachsene Wirtshauskultur in mitten von Volders

Fahre gerade von der Clustersitzung des AMA Gastrosiegels durch das Inntal und beschloss kurzerhand im traditionellen Jagerwirt in Volders einzukehren. Vor dem Eingang steht auf der Tafel „Heute Stockfischgröstel“. Bodenständiger und authentischer kann es gar nicht sein, denn es gibt nur noch wenige Wirtshäuser, die am Aschermittwoch das noch anbieten.

Herr Knapp ist wie immer, fast täglich, und das mehr als 12 Stunden, in vorderster Front des gemütlichen Restaurants mit den urigen Stuben anzutreffen. Mit einer herzlichen Begrüßung wird der Abend eingeleitet. Diesmal darf ich schon auf den einheimischen Stammtisch Platz nehmen.

Hier ist was man wirklich einen Stammtisch nennen kann, Utensilien wie Spielkarten, Tageszeitung, sowie persönliche Dinge von Einheimischen, zieren dieses Unikat. Aber was mich am meisten beeindruckte sind die hochwertigen und kunstvollen Einlegearbeiten aus Holz die an der Wand hängen. Das eine ist die Brautwerbung von Franz V. Defregger und das andere ein Portrait der Familie Knapp, am Stammtisch sitzend, des talentierten einheimischen Künstlers.

Kulinarisches:
Nun aber zum Kulinarischen Teil des Abends. Nachdem ich kein großer Freund von Stockfischgröstel bin erbat ich mir von der sehr netten und aufmerksamen Kellnerin die Tiroler Schlutzkrapfen mit einem klassischen grünen Salat.

Es war ein Tris von jeweils zwei verschiedenen Schlutzkrapfen. Einmal mit Kartoffel-Topfenfülle, einmal mit Spinat- und dann letztendlich eines mit Graukäse. Alles war perfekt gekocht und mit brauner Butter und fein geriebenen Parmesan verfeinert. Der Salat, ein Klassiker wie ich ihn am liebsten habe, nur verschiedene Blattsalate mit einer feinen, nicht zu sauren Essig-Öl Marinade.

Das Gespräch mit Herrn Knapp und seiner Frau, die etwas später mit einem sehr gut aussehenden Stockfischgröstel uns beiwohnte, war sehr interessant, da Herr Knapp mit seinem Hotel und Restaurant den Behörden immer ein Dorn im Auge ist, wenn nicht nach ihren Vorstellungen alles so rasch wie möglich auf den neuesten Sicherheitsstand gebracht wird. Dass dies mit großem finanziellen und bürokratischen Aufwand getrieben wird, wissen mittlerweile alle selbständigen Unternehmer schon lange. Ich hoffe nur, dass uns der Jagerwirt in Volders noch lang mit seinem authentischen, traditionellen Wirtshausambiente erhalten bleibt. Aber wir wissen auch, dass auch die größten Kulturen sich an den Wandel der Zeit zermürbten.

In diesem Sinne wünsche ich den sympathischen Wirtsleuten Familie Knapp alles Gute und freue mich auf das nächste Ma(h)l.

Volders, am 01.03.2017
Johann Pichler

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