Besuchsbericht Kühtaierhof // Leutasch vom 12.01.2017

Cooles traditionelles Dorfwirtshaus

Auch heuer ist der Kühtaierhof gleich am Anfang des Jahres an der Reihe, damit ich meinen Beratungsaufgaben der Tiroler Wirtshauskultur nachkomme.

Der einladende Gasthof mit den urigen Stuben und dem, zumindest im Sommer, kleinen Biergarten stehen als Symbol für einen Landstrich, in dem eine unverfälschte, ja die wahre Lebensfreude zu Hause zu sein scheint. Der Küthaierhof zeichnet sich durch Interieurs von besonderem Wert und Reiz aus. Solche Gasthäuser sind selten und setzen in der Tiroler Wirtshauskultur besondere Akzente. Der Hof ist ein lebendiger Vertreter einer gewachsenen Wirtshauskultur, die urige Einrichtung hält den ständig wechselnden Zeitgeistströmungen immer wieder Stand. Es ist sinnlich ein Genuss für Auge, Geist und Gemüt dieses Tiroler Ambiente zu erleben. Andreas erzählte mir von einer goldenen Hochzeit im letzten Jahr, wo das Brautpaar vor 50 Jahren am gleichen Tisch und Platz gesessen hatten, sowie hier getanzt, gelacht, gegessen und gefeiert hatten.

Das Gasthaus ist also in vielerlei Hinsicht ein prägendes Element des dörflichen Zusammenlebens. Das gemeinsame Essen und Trinken unter einem Dach, Wesensmerkmale des familiären Zusammenhalts, von Tauffesten über Hochzeitsfeiern, Geburtstagsfeiern bis hin zum Leichenschmaus werden im Gasthaus öffentlich und erhält dadurch eine besondere Bedeutung im sozialen Gefüge jedes Gemeinwesens. Das Gasthaus, oder besser gesagt der Gastraum, wird dadurch zu einem wichtigen Element der Kulturgeschichte.

Ich habe das niedergeschrieben, weil auch ich in Begleitung meiner aus Mexiko stammenden Gattin diesmal in dieses soziale Gemeinwesen eingetaucht bin. Wir waren umgeben von vielen Stammgästen aus aller Herren Länder und jungen Einheimischen, die noch im Arbeitsgewand den Rest des harten Arbeitstages mit Freunden im Kühtaierhof ausklingen ließen. Aufgrund des engagierten Hausherrn Andreas kamen wir mit allen Leuten ins Gespräch und erzählten uns Geschichten. Das ist das Wahre, Echte und Authentische an der Tiroler Wirtshauskultur, so soll sie gelebt und gepflegt werden.

Nun zu einem anderen Bereich, bei der sich die Gasthäuser auch verpflichten: die Sorge um das leibliche Wohl der Gäste. Dem Andreas wurde Gastfreundschaft, Leidenschaft, Humor und viel Gespür in die Wiege gelegt. Aber auch er musste ein wenig mit der Zeit gehen, so zeigte er uns stolz die neue Weinkarte und auch bei der Präsentation der Weine am Tisch ließ er sich originelle Sachen einfallen, wie zum Beispiel eine alte Milchkanne als Weinkühler oder den selbstgebastelten Rotweinhalter.


Nun zum kulinarischen Teil des Abends:

Wir erbaten uns aus der traditionellen Speisekarte eine „Tiroler Speck-Knödelsuppe“ das „Forellenfilet Müllerin Art“ und einmal das „Leuitascher Schnitzel“. Nachdem Andreas immer schon scherzte, ob ich als Prüfer oder Berater unterwegs sei, wollte er mich wohl vorerst auf den Prüfstand setzen. Es servierte mir einen Speckknödel ohne Speck, nur um zu sehen, wie ich reagiere. Als ich ihn darauf aufmerksam machte kam er mit einem Lächeln im Gesicht gleich mit einem Teller von seinem selbstgeräuchertem Speck um die Ecke und erklärte mir, dass dieser gute Schinkenspeck vom Kräuterschwein ohnehin zu schade sei, um es in die Knödel hinein zu geben. Das war wieder einmal ein gelungener Schmäh vom berüchtigten „Kiatler“.

Alle Gäste in der Stube hatten sich köstlich amüsiert. Am Ende war der fehlende Speck im Leuitascher Schnitzel verpackt. Es wurde ein Cordon Bleu serviert, nur mit dem Unterschied, das anstatt einem Blatt Schinken und Käse feingeschnittener Speck und Bergkäse die Fülle war. Meine Frau schwärmte vom Forellenfilet und das Schnitzel mit den kross gebratenen Röstkartoffeln war auch erste Sahne.

Beim anschließenden Beratungsgespräch mit ein wenig mehr Wein und Kranebitter Schnaps machten wir schon Pläne für seinen 50iger am 5. März. Da werden wir, der Verein der Tiroler Wirtshauskultur und meine Wenigkeit speziell die tüchtigen Wirtsleut‘ Andreas und Martina, mit den zwei hübschen Töchtern Hanna und Magdalena, hoch leben lassen.

12. Jänner 2017

Johann Pichler
Berater und Prüfer der Tiroler Wirtshauskultur

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