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Erstbesuchsbericht // Löwenhaus, Innsbruck vom 12.05.2013

Allgemeines

Die freundliche Dame am Telefon bestätigt mir, dass ich auch am Muttertag herzlich willkommen bin. Ja, es gibt warme Küche den ganzen Tag und ich kann auch nachmittags von der „großen Karte“ wählen, erklärt sie mir des Weiteren. Ich frage mich ob es unfair ist, die Neuaufnahme an diesem für Restaurants doch sehr turbulenten Tag durchzuführen. – Aber ich denke mir, dass Vollblut-Gastronomen in der Lage sein müssen, auch am Muttertag eine repräsentative Leistung zu erbringen.

Bei meiner Ankunft versucht die Sonne die dichten Wolken zu durchdringen, was ihr teilweise auch gelingt. Einige Tische sind auch bei „lauschigen 17 Grad C“ auf der Terrasse gedeckt und von Gästen besetzt.

Ich nehme jedoch im Restaurant an einem der frei gewordenen Tische Platz. Es ist ca. 14 Uhr. Rasch werde ich von Herrn Sebastian entdeckt und mit der Speisenkarte versorgt. Es gibt der Jahreszeit entsprechend Spargelgerichte und zahlreiche andere, auch Tiroler Spezialitäten.
Service – Ambiente - Tirolnote

Ich beobachte das geschäftige Treiben und bin erstaunt, dass trotz des enormen Ansturmes der Service ruhig und effizient abläuft. Nach meiner obligatorischen Getränkebestellung (Mineralwasser) wähle ich wie folgt:

Kulinarik

Spargelcremesuppe um € 4.90. Nach einer angemessen kurzen Wartezeit reicht mir Herr Sebastian in einem großen, weißen Porzellanteller eine gute, geschmackvolle und sämige Suppe. Reichlich, auf den Punkt gekochte Spargelspitzen befinden sich in der Suppe. Diese wurde mit viel Schnittlauch verfeinert. Leider war dieser Speisenauftakt nur warm aber nicht wirklich heiß. Die Suppe verdient somit ein GUT!

Als Hauptgericht erbitte ich mir das Rumpsteak. Es wird wie folgt beschrieben: 220 gr. sehr zartes Entrecôte vom argentinischen Rind. Ich ersuche den freundlichen Service-Mitarbeiter um eine Gemüsebeilage sowie um Petersilkartoffeln. Ich möchte nicht an das Salatbuffet gehen und des Weiteren möchte ich wissen, wie Gemüse im Löwenhaus zubereitet wird.

Wiederum nach einer dem Tage entsprechenden Wartezeit bekomme ich ein schönes Stück von der Zwischenrippe, also ein „Entrecôte“. Ein Entrecôte ist nach internationaler Gepflogenheit kein Rumpsteak. Aber das ist nicht von großer Bedeutung.

Das Fleisch ist wie von mir gewünscht perfekt „medium“ gebraten und sehr geschmackvoll. Zart ist es nicht! Das Gemüse wurde vergessen, dann aber sehr rasch nachgereicht.


Es bestand aus ausschließlich frischem Gemüse wie Karotten, gelbe, rote und grüne Paprika, Zucchini, Würfel vom Kohlrabi und einer grünen Bohne. Auch das Gemüse war tadellos zubereitet und ordentlich gewürzt. Die Petersilkartoffeln waren ebenso in Ordnung.

Nachdem ich mir an diesem Tag beim Essen Zeit ließ wurde das Steak immer zarter. Mir ist schon klar, dass an solchen Tagen keine Zeit bleibt, das Fleisch nach dem Braten noch ruhen zu lassen. Eine Faustregel sagt ja, dass Fleisch mindestens so lange rasten wie braten soll.

Nun, auch die Zubereitung und die Qualität des Fleisches verdienen ein GUT.

Ich beobachtete die Gäste bzw. Familien an den Nebentischen. Alle schienen mit der adäquaten Wartezeit ohne Probleme einverstanden zu sein. Auch die Qualität aus der Küche und vom Service wurde durchwegs goutiert.

Nun wollte ich es aber genau wissen. So wählte ich von der Süßspeisenkarte die Dessertvariation Löwenhaus – „lassen Sie sich überraschen“. So steht es in der Karte.

Auf einem adretten Glasteller bekam ich ein Kokosmousse im Glas. Eine Kugel vom Erdbeer-Basilikumsorbet, ein Nockerl vom dunklen Schokoladenmousse, etwas Schlagrahm, eine „Andenbeere“ und zwei Scheiben von der Sternfrucht (Karambole).

Grundsätzlich kann ich diesen süßen Nachtisch mit SEHR GUT beurteilen. Alleine das Kokosmousse hätte auch mit weniger Gelatine (QimiQ) auskommen können. – Im Glas ist das allemal möglich, die Zubereitung vom Schokomousse hat es ja auch bewiesen.

Zusammenfassung und Empfehlung

Während meines Aufenthaltes ist dann ein „Horrorfall“ in der Gastronomie eingetreten. Es begann zu Regnen und stürmischer Wind trat auf. Die Gäste von der Terrasse flüchteten ins Lokal an die freien Tische. Die Service-Mitarbeiter wissen in so einem Fall nicht mehr wo ihre Gäste sind und müssen sich neu „sammeln“. Ich beobachtete die fleißigen Service-MitarbeiterInnen. Sie blieben ruhig, umsichtig und vor allem freundlich zu Ihren Gästen. An dieser Stelle ein großes „BRAVO“ an die Dienstleistung des Hauses.

Gut hat mir gefallen:

- Das Speisen- und Getränkeangebot
- Der problemlose Beilagen-Tausch ohne Aufpreis
- Die einfache, aber tadellose Tischkultur
- Das solide Verhältnis von Preis zu Leistung
- Die durchwegs gute Leistung aus der Küche und vom Service
- Der wirklich freundliche, effiziente und höfliche Herr Sebastian

Zu verbessern wäre:

- Keine „Vorleger“ zum Gemüse und zu den Kartoffeln
- Die Temperatur der Suppe

Nachdem es sich beim Muttertag um einen der stärksten Tage des Jahres handelt kann die gebotene Leistung insgesamt eher mit sehr gut als mit gut beurteilt werden.

Daher empfehle ich dem Vorstand der Tiroler Wirtshauskultur die Aufnahme des Restaurant Löwenhaus in Innsbruck als Stadtwirtshaus in den Verein.

Ernst Schmiedhuber

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