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Besuchsbericht // Gasthof Baumgarten, Angerberg vom 25.08.2012

Von den Wirtsleuten werden wir bereits beim Betreten des Gasthofes begrüßt und zu einem freien Tisch begleitet. Zahlreiche (einheimische) Gäste sind anwesend. Nachdem wir vor kurzer Zeit unseren Wohnort von Wörgl nach Angerberg (in die Ruhe auf dem Lande) verlegt haben fällt mir auf, dass sich der Gasthof der Familie Osl eines sehr guten Zuspruchs erfreut.

Vom Chef des Hauses ist mir seit vielen Jahren bekannt, dass er eine ausgezeichnete Küche pflegt. So erzählt er mir mit Stolz, dass er über eine neue Quelle für ausgezeichnetes Rindfleisch verfügt. Auch früher war dieses nicht von minderer Qualität, dennoch ist jenes Fleisch, welches am Knochen reifen kann und von jährigen Tieren stammt, bekanntlich von vorzüglicher Qualität. Vor mehr als dreißig Jahren war ich in einem fünf-Stern Golfhotel als junger Koch beschäftigt. Schon damals kauften wir Rindfleisch mindestens drei Wochen im Voraus, um es luftumspült bei maximal 4 ° C im Kühlraum reifen zu lassen.

Der Chef des Hauses reicht uns die sauber geschriebene und gefällig gestaltete Speisenkarte. Das Angebot ist ausgewogen, das Verhältnis von Preis zu Leistung ist vorzüglich. So auch die folgenden Speisen:

Ich erbitte mir von Frau Rosi Treichl die Eiersuppe um wohlfeile € 2.80. Ich war neugierig und meine Erwartung wurde mehr als erfüllt. In einem großen Suppenteller bekam ich eine ausgezeichnete „Selchsuppe“, in welchem mit Mehl verquirlte Eier „eingetropft“ wurden (daher hieß diese Suppe ursprünglich in meiner Heimat auch „Eintropfsuppe“). Ich kenne diese Suppe aus meiner Kindheit, habe sie aber seit damals nicht mehr gegessen. Die Suppe schmeckte hervorragend und wurde mit reichlich frischem Schnittlauch verfeinert.

Meine „bessere Hälfte“ entschied sich für die gerösteten Knödel mit Pfifferlingen und Salat. – Auch sie schwelgte in Kindheitserinnerungen, kommen wir doch beide aus der „Knödel-Hochburg“ Ober -Österreichs. Sie war begeistert. Saftig, gut geröstet, wohlschmeckend, mit reichlich frischen Eierschwammerl zubereitet und mit viel gehackter Petersilie versehen. – so hat dieses Gericht zu schmecken. Frische, flaumige Knödel wurden verarbeitet (und keine Wasserleichen). – Dieses Gericht wurde perfekt zubereitet und mundete ganz hervorragend. Meine Gattin meinte lapidar: „wie damals bei der Mutter zuhause“. – NEIN, eigentlich viel besser. – Und das will etwas heißen.



Der gemischte Salat war ausschließlich mit frischen Zutaten zubereitet und bestand aus: Gurken, Fisolen, Karfiol, Feldsalat, lollo rosso und Karotten-Rohkost. Die vorzügliche Vinaigrette wurde durch das ausgezeichnete Kernöl unterstützt.

Obwohl mir der Chef des Hauses das am Knochen gereifte „dry aged beef“ empfahl, entschied ich mich für das Szegediner Krautfleisch mit Kartoffeln um € 7.60. Abermals wurden Erinnerungen in mir wach. Von 1968 bis 1971 absolvierte ich meine Kochlehre im Hotel Stieglbräu in Salzburg. Mein damaliger Küchenchef Otto Hauch, ein guter Freund vom Karl Duch (den Kennern der Branche bestens als Buchautor bekannt) stammte aus Wien und zelebrierte die gute Österreichische bzw. Wiener Küche.

Es gab im Hotel-Restaurant täglich drei Menus. Das erste Menu kostete ÖS 24.- und bestand aus drei Gängen. Ca. ein Mal im Monat gab es das besagte Krautfleisch. Wir Lehrlinge aßen an diesen Tagen nicht mit dem Personal zu Mittag sondern warteten bis 14 Uhr in der Hoffnung, dass etwas vom „Szegediner“ übrig blieb (es blieb immer etwas übrig, weil wir dafür sorgten).

Nun, das Krautfleisch von Herrn Hans Peter Osl wurde nach allen Regeln der Kochkunst (und mit dem Schweinebauch) zubereitet. Der Geschmack sowie die Präsentation waren vorzüglich, so auch die herrlich gelben und speckig-saftigen Kartoffeln. – So muss es sein, das Szegediner Krautfleisch.

…… einfach herrlich……
…….herrlich einfach…….

Ich beobachtete die Gäste an den Nebentischen. – Auch zahlreiche Stammgäste waren anwesend. Ebenso eine Gruppe von jungen, 17 jährigen Sportlern aus Innsbruck. Freundliche, junge, höfliche Männer, welche im Haus wohnten und zu Mittag aßen.

ALLE WAREN ZUFRIEDEN UND VON DER KÜCHE DES HAUSES SEHR ANGETAN!

Aber auch der Service der Wirtin sowie von Frau Treichl Rosi und ihrer jungen Mitarbeiterin kann mit ausgezeichnet beurteilt werden. Alle sind freundlich, aufmerksam, höflich und fachlich versiert.

Mit den Wirtsleuten hatten wir noch ein angeregtes Gespräch. Es handelt sich beim Gasthof Baumgarten der Familie OSL um ein ausgezeichnetes Tiroler Wirtshaus. – Ich empfehle es stets Freunden und Bekannten.



Samstag, 25. August 2012 Ernst Schmiedhuber

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