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Besuchsbericht Tirolerhof / Kufstein vom 10.01.2013

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, Beurteilungen sind in der Regel ohnehin subjektiv. Besonders in der Tourismuswirtschaft bzw. in der Gastronomie ist es oftmals nicht einfach, den richtigen Ton zu finden und den passenden Geschmack zu treffen. – Schlussendlich ist aber die Beurteilung durch unsere Gäste maßgeblich. Lassen wir in diesem Bericht also vor allem die Gäste zu Wort kommen und die Qualität des Hauses bewerten.

Im Gasthof Tiroler Hof der Familie Fahringer darf ich nachfolgendes Gespräch mit verfolgen, vier ältere Damen (Stammgäste) höre ich sagen: „Die Chefin Christa ist ja so eine Brave“. Der schönste Tag in der Woche ist, wenn ich hierher komme. Diese Betreuung gibt’s nur im Tiroler Hof. – Nochmals vielen Dank, die Damen verabschieden sich und der „Schwanensee-Stammtisch“ ist leer.

Weitere Gäste an den Nebentischen äußern sich ähnlich und sind voll des Lobes. Der Gasthof erfreut sich offensichtlich vieler Stammgäste, dies ist naturgemäß ein großes Kapital des Hauses. Eines muss aber klar sein, diese Gäste kommen nicht von selbst und müssen stets bestens betreut werden. Hier dürfen keine Fehler passieren, aber das kann ich mir im „Hause Fahringer“ ohnehin nicht vorstellen.

Demnächst schließe ich das 45. Berufsjahr ab und ich habe in dieser Zeit so ziemlich alle Facetten dieses „Geschäftes“ erlebt. Drei Sterne im Restaurant Frédy Girardet in Lausanne/Crissier ebenso wie fünf Sterne in der Hotellerie. Die konventionelle Gastronomie wie auch die Systemgastronomie habe ich während meiner 14 Jahre Auslandaufenthaltes und mehr als 30 Jahren in Österreich kennen und schätzen gelernt.

Mein Herz gehört aber ganz besonders der traditionellen, bodenständigen aber dennoch zeitgemäßen Gastronomie und Kulinarik. – Und schon wieder ich wieder beim Thema.

Herr Fritz Fahringer zählt für mich zu den besten Gastronomen weitum mit ebensolchem, kaufmännischen Verständnis. Es hilft nichts, wenn ausgezeichnet gekocht wird und am Ende des Geldes bleibt noch zu viel vom Monat übrig, andererseits führt es auch unweigerlich zur Katastrophe, wenn billig eingekauft und schlecht gekocht wird und dann die Gäste ausbleiben.




Es braucht also höchste Fach- und Sachkenntnis in Verbindung mit einem soliden kaufmännischen Verständnis. Dies ist ein wesentlicher Grund für den Erfolg der Familie, besonders ist es jedoch die Nachhaltigkeit, mit welcher sie ihr Geschäft betreiben.

Der Chef Fritz kocht hervorragend und auf einem beständig hohen Niveau, die Chefin Christa ist die perfekte Gastgeberin. Sie kümmert sich mit Hingabe und „ihre“ Gäste, unterstützt wird sie nunmehr seit Jahren vom freundlichen, aufmerksamen und umsichtigen Ober Herrn Robert. Ein „kongeniales Team“ – sehr zum Wohle der zahlreichen (Stamm)Gäste.

Nun möchte ich mich aber erneut der Kulinarik widmen:

TIROL trifft WIEN: unter diesem Motto wird im Januar neben zahlreichen anderen Speisen gekocht. Nachdem ich ohnehin die meisten Tiroler Gerichte kenne, bin ich neugierig, wie Fritz die Wiener Küche interpretiert.

Die Altwiener Kartoffelsuppe ist schlichtweg ein Gedicht. Der Geschmack ist hervorragend (unterstützt durch die feinen, gerösteten Speckstreifen), es gibt ein wenig Rahm (daher die cremige Konsistenz) und geröstete Schwarzbrotwürfel. Perfekt!

Ich will wissen, wie der Chef des Hauses sein Gulasch kocht. Es gibt ein Fiaker Gulasch mit Spiegelei und Einspänner. Blitzsauber auf dem Teller angerichtet finde ich das zarte und saftige Fleisch, einen sämig glänzenden Gulaschsaft mit bestem Geschmack sowie ein einseitig, sehr gut durchgebratenes Spiegelei. – So mag ich es am liebsten. Drei halbe Kartoffel allererster Güte befinden sich auf dem Teller ebenso wie ein Fächergurkerl und ein Sträußchen von der Blattpetersilie.

Nun, die Symbiose zwischen Tirol und Wien ist bestens geglückt, die Qualität aus der Küche von Herrn Fritz Fahringer kann auch im Jahre 2013 wieder mit herausragend beurteilt werden.

Meine Feststellung wird ohnehin von den Gästen an den Nebentischen untermauert. Ich höre: wunderbar, hervorragend, lecker und vieles mehr. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Ganz besonders gefällt mir noch:

- Die tolle Idee mit den „Schnapskarten“ und dem attraktiven Angebot an Spirituosen
- Die vorbildlich gestaltete, den neuzeitlichen Erkenntnissen angepasste Speisenkarte
- Das Lob an die „brave“ Chefin (ich wusste gar nicht, dass Frau Fahringer brav sein will)
- Die perfekte Sauberkeit, Ordnung und Hygiene im gesamten Haus
- Das ausgezeichnete Verhältnis von Preis zu Leistung
- U.v.m

Donnerstag, 10. Jänner 2013

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