Besuchsbericht Gasthaus Goldenes Dachl // Innsbruck vom 15.05.2018

Gasthaus Goldenes Dachl
Tourismus verändert Traditionen. Mitten in der Altstadt von Innsbruck befindet sich das weltberühmte goldene Dachl, das Wahrzeichen der Stadt. Gleich nebenan liegt eines der best-erhaltenen Gasthäuser, mit demselben Namen wie der spätgotische, mit 2657 feuervergoldeten Kupferschindeln bedeckte, Prunkerker am Neuhof in der Herzog-Friedrich-Straße. Aufgrund der Namensgleichheit denken viele Touristen, dass dieses Gasthaus zum Wahrzeichen dazugehöre. Die größte Herausforderung in diesem traditionellen Gasthaus ist wohl die Beibehaltung der Tradition angesichts der schon fast unheimlichen Touristenströme aus allen Teilen der Welt. Am einen Tisch sitzen Inder, am anderen Araber, Chinesen, Spanier, Amerikaner, Japaner, Russen oder Deutsche, und am Stammtisch die Einheimischen. Da ist wohl anzunehmen, dass es nicht leicht ist mit dem hervorragenden, großen und vor allem sehr traditionellen Tiroler Essensangebot alle gleichermaßen zufrieden zu stellen. Aufgrund des überfüllten Restaurants bat ich eine ältere Dame, ihren Tisch mit mir zu teilen, das sie höflich bejahte. Am Nebentisch erkannte ich unseren neuen Bischof Glettler, der mittlerweile das Gasthaus fast täglich besucht, wie mir Herr Vogelsberger später erklärte. Auch die Dame an meinem Tisch war nicht das erste Mal hier und lobte die Einfachheit, die Auswahl sowie die Qualität der Speisen. Trotz des großen Touristenandranges ist das Service immer freundlich, hilfsbereit und sehr professionell. Bei Marion, der aufmerksamen Kellnerin die schon fast Jahrzehnte hier ihre Gäste bedient, erbat ich mir den frischen Marchfelder Spargel mit Sauce Hollandaise, dazu ein wenig gekochten Schinken und als Kostprobe das Bärlauchpesto mit Schafskäse. Kleine Sonderwünsche werden hier ohne Wenn und Aber erfüllt. Es dauerte nicht lange bis mir Marion den herzhaft frischen und perfekt gegarten Stangenspargel auf einem ovalen Teller servierte. Dazu gab es reichlich gekochten Schinken sowie frische Kresse und eine geschmorte Kirschtomate. Die ebenfalls auf den Punkt gegarten Salzkartoffel und das kräftige schmackhafte Pesto wurden extra serviert. Die Portionsgröße war perfekt abgestimmt. Beim anschließenden Gespräch mit Herrn Vogelsberger, der immer noch stolz auf seine hausgemachten Speisen ist, wie zum Beispiel seine vorzügliche Sachertorte, Apfelstrudel oder die Sauce Hollandaise, erkennt man auch warum die Tiroler Tradition in diesem Restaurant so lange und so konsequent beibehalten wurde. Wir wissen schon, dass in vielen Restaurants Saucen aus dem Tetrapack stammen oder sonstige Fertigprodukte auf die Teller kommen, aber nicht solange Herr Vogelsberger das Zepter in der Küche des Goldenen Dachls in der Hand hat. Herr Kammerlander ist berechtigterweise besorgt über die immer größeren Touristenanstürme sowie dessen Nutzung der sozialen Medien. Herr Kammerlander kann stolz auf sein Team sein, die zusammen für die Erhaltung der Tiroler Wirtshauskultur arbeiten und so die Tradition in alle Herrenländer hinaustragen. Auch wir sind stolz einen solchen hervorragenden Traditionsbetrieb zu unseren Mitgliedern zählen zu dürfen. Innsbruck am, 15.5.2018 Johann Pichler

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